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Über São Paulo & Brasilien
São Paulo Satellitenbild‚…Wie eine Riesenpizza aus Beton und Asphalt dehnt sich die grösste Metropole des Subkontinents aus. In diesem Grossstadtdschungel leben und arbeiten ca. 20 Millionen Menschen.
Aber Sao Paulo ist ein gut organisiertes Chaos:
hier schreit keiner, niemand drängt sich Ihnen auf.
Man geht leise miteinander um, reiht sich ein und stellt sich an. Die Taxis haben ihre Taxameter, die Metro hält ihren Fahrplan ein...'
 

Geschichte und Gegenwart São Paulos, des wichtigsten Wirtschaftszentrums Südamerikas und brasilianische Weltmetropole, ist ein faszinierendes Phänomen.
Brasilienreisende aus verschiedenen Zeiten und Besucher der Stadt mit ihren Impressionen und Berichten sollen zu Wort kommen.
 

 

Doch sollten wir uns beim Lesen im Klaren sein darüber, dass Reisen Eigenes und Fremdes verbindet. Reiseberichte sind schriftliche Zeugnisse des Vermittelns und Vergleichens von fremden Kulturen mit der eigenen. Reisen können individuell motiviert sein, als Abenteuer, als Möglichkeit der Horizonterweiterung, der Selbst- und Fremd-Erfahrung, des Wissenserwerbs für einen privaten Zweck. Reisen hatten und haben aber vielfach politische, kulturelle und ökonomische Hintergründe.

 

 
Die Übergänge zwischen wissenschaftlicher Fragestellung (Erforschung des Unbekannten), wirtschaftlichem Interesse und abenteuerlichem Reiseerlebnis sind fließend.

Forscher und Forscherinnen arbeiteten vielfach auch nur vermeintlich für die hohe
Wissenschaft. Sie leisteten mehr oder weniger bewusst Vorarbeiten für ökonomische und kulturpolitische Ziele, für koloniale Interessen (Entdeckungen und ihre Folgen…).

Reisen waren etwa von dynastischen Interessen gesteuert (Europa), die mit Sammlungen kulturelle Macht und symbolische Weltaneignung demonstrierten. Sie wurden durch Interessen der Wirtschafts- und Handelskreise nach Handelsgütern und Bodenschätzen bestimmt.

 
 
Die Suche nach paradiesischen Orten wurde und wird von der boomenden Tourismusbranche benutzt. Wie andere Weltregionen war und ist Lateinamerika der Boden für wissenschaftliche Forschung noch heute (Alexander von Humboldt u.a.), hier werden Paradiesvorstellungen des "El Dorado" und Gesellschaftsutopien scheinbar greifbar (Voltaire, Candide und Les Voyages de Scarmentado zB. im 18.Jh).

 
 
Die Bandbreite der Vermittlungsart von Reisen und Expeditionen ist groß: sie reicht vom Tagebuch und Brief bis hin zum umfangreichen, mit Skizzen, Zeichnungen, Landkarten und Fotos versehenen Forschungs- und Reiseberichten.

 
 
Die Persönlichkeit des/der Reisenden (Mann/Frau, soziale Schicht), Motive und Intentionen der Reisenden, die kulturelle, soziale und wirtschaftliche Funktion solcher Unternehmungen, die Diskrepanz zwischen Vorstellung und erfahrenen "Realitäten" (im doppelten Sinn), die Sicht und Position des/der Reisenden sind Schlüssel und Tür für das Verständnis und Selbstverständnis damals wie heute.

 
 
Am Beginn steht wohl Hans Staden (1525 – 1576), der Landsknecht in portugiesischen
Diensten, der eine ‚Warhaftige Historie und beschreibung eyner Landtschafft’ in Holz-schnitten und Zeichnungen gibt.
 
 
Tabakpflanze

Caspar Schmalkaldens abenteuerliche Reisen nach Brasilien und Fern-ost 1642 -1652: ein Soldat in holländischen Diensten erlebt Meuterei und Kriege, betätigt sich als Beobachter von Pflanzen, Tieren und fremden Menschen.
 

 
Johann Wolfgang von Goethe, der Reisende in Person nach Italien, im Geiste nach Brasilien. Er las Reiseberichte allerlei Inhalts, von Prinz Max zu Wied-Neuwied, dem Naturforscher nach dem Vorbild Alexander von Humboldts, der in den Jahren 1815 -17 seine Expeditions-reise unternahm. 
Prinz Max dokumentierte Fauna und Flora des Landes, lieferte eindrucksvolle Schilderungen der Natur Brasiliens und beschrieb als Ethnologe die indigene Bevölkerung. Veröffentlichung 1820.


Der Botaniker Carl Friedrich Philipp von Martius begleitet von Johann Baptist Ritter von Spix, dem Zoologen und Mediziner, erforschten von 1817 – 1820 das weite Land, das Amazonasgebiet. Die Begeisterung über die Vielfalt der brasilianischen Natur fand ihren Niederschlag im Reisebericht mit 1.338 Seiten und ist noch heute eine der wichtigsten Informationsquellen über Brasilien.

Zu den Pionieren der Völkerkunde Südamerikas am Ende des 19.Jahrhunderts zählen
Theodor Koch (-Grünberg) (1872-1924), Karl von Steinen (1855-1929), Paul Ehrenreich (1855-1914), die durch ihre ausgezeichnete Dokumentation in Tagebuch oder wissenschaftlichem Bericht über ihre mehrmaligen Reisen nach Zentralbrasilien u.a. die Grundlage der ethnologischen Brasilienforschung legten.

Mitte und Ende des 19. und Anfang des 20.Jahrhunderts bot Brasilien für unzählige Europäer die Möglichkeit der Einwanderung. Diese Zeit soll durch Tagebücher und
weitere Erzählliteratur genauer beleuchtet werden.


Texte werden in unregelmässiger Folge eingestellt.

 
 
  
 
 
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